Christian Hammer ist denjenigen, die schon häufiger die Konzerte des OGM besucht haben, nicht nur als Dirigent bekannt, sondern dort bereits mehrfach auch als Komponist oder Bearbeiter von Werken begegnet, die er dem OGM "auf den Leib schneiderte". So kam zuletzt vor zwei Jahren sein "Konzertstück für drei Posaunen und Streicher" ebenfalls hier in der St. Joahnniskirche zur Uraufführung. Wiederum zwei Jahre zuvor orchestrierte er für das OGM das Grande piëce symphonique op. 17 von César Franck, im Original eine Orgelkomposition. Und bereits 1989 brachte das OGM seine Bearbeitung von "Prélude, Fugue et Variation", Cäsar Francks opus 18 für Orgel, zur Uraufführung. Da es bei zeitgenössischen Werken möglich ist, Informationen zur Komposition aus erster Hand zu beziehen, soll nachfolgend der Komponist selbst zu Wort kommen:

Die Ouverture d'Avent (Advents-Ouvertüre) entstand im August 2004 gewissermaßen als kompositorische Anregung für das OGM. So entwickelte sich eine Konzertouvertüre unter Verwendung der Melodie Es kommt ein Schiff geladen (Köln 1608), die in ihrer Form zweiteilig ist. Das Werk beginnt und endet mit einem harmonischen Motto (d-b-d Moll), das im Laufe der Komposition die Funktion der Verbindung, aber auch der harmonischen Ausdeutung übernimmt. Im ersten Großteil der Ouverture d'Avent gibt es zwei Durchführungen der Melodie, die wiederum die Melodie in zwei Teile gliedern, die sich kontrastierend gegenüber stehen. Im zweiten Großteil wird in freier Form die Melodie in rascher 6/8-Takt-Bewegung variiert. Die Blechbläser übernehmen dabei die Aufgabe des Cantus Firmus. Hier und da benutzte kompositorische Anleihen etwa bei Wagner oder Beethoven sind beabsichtigt."


Text: Marieke Hopmann