Tänze, die ihrer Funktion
gerecht werden sollen, sind nicht gerade für komplizierte musikalische
Formen und Strukturen geeignet. Mozart bewegt sich in seinen Tanzkompositionen
daher in formaler, harmonischer und tonaler Hinsicht in einem sehr begrenzten
Rahmen. Seine frühesten Werke dieser Art datieren vermutlich aus dem Jahr
1769, die letzten Zyklen - auch die 6 Deutschen Tänze KV 600 - stammen
aus dem Sterbejahr 1791. Sie sind dem Typus des Walzers zuzuordnen und haben,
wie die Menuette, einen symmetrischen Periodenaufbau mit einem Trio als Mittelteil.
Die Instrumentation weist einige Besonderheiten auf: Das Streichorchester ist
nur dreistimmig, denn die Bratschen fehlen, während die Celli und Kontrabässe
dieselbe Stimme spielen. Bei den Bläsern verwendet Mozart das geläufige
Instrumentarium, jedoch in wechselnden Kombinationen. In all ihrer Schlichtheit
sind die Tänze Unterhaltungsmusik im allerbesten Sinne.