Wolfgang Amadeus Mozart scheint nicht nur ein guter Tänzer gewesen zu sein, sondern auch ein leidenschaftlicher, wie etwa aus einem Brief aus dem Jahre 1786 an seinen Vater hervorgeht: "- vergangene Woche habe ich in meiner Wohnung einen Ball gegeben. - versteht sich aber, die chapeau haben Jeder 2 Gulden bezahlt. - wir haben abends um 6 uhr angefangen und um 7 uhr aufgehört; - was nur eine Stunde? - Nein Nein - Morgens um 7 Uhr." Da ist es nicht verwunderlich, dass seine Vorliebe für den Tanz sich auch in seinem Gesamtschaffen reichlich niedergeschlagen hat, und man darf annehmen, dass Mozart die Komposition von Tänzen, die er vornehmlich in Wien ab 1788 als "k.u.k. Kammer-Kompositeur" für die Bälle in den Redoutensälen zu liefern hatte, nicht als lästige Pflichtübung empfunden, sondern durchaus mit Engagement betrieben hat.

Tänze, die ihrer Funktion gerecht werden sollen, sind nicht gerade für komplizierte musikalische Formen und Strukturen geeignet. Mozart bewegt sich in seinen Tanzkompositionen daher in formaler, harmonischer und tonaler Hinsicht in einem sehr begrenzten Rahmen. Seine frühesten Werke dieser Art datieren vermutlich aus dem Jahr 1769, die letzten Zyklen - auch die 6 Deutschen Tänze KV 600 - stammen aus dem Sterbejahr 1791. Sie sind dem Typus des Walzers zuzuordnen und haben, wie die Menuette, einen symmetrischen Periodenaufbau mit einem Trio als Mittelteil. Die Instrumentation weist einige Besonderheiten auf: Das Streichorchester ist nur dreistimmig, denn die Bratschen fehlen, während die Celli und Kontrabässe dieselbe Stimme spielen. Bei den Bläsern verwendet Mozart das geläufige Instrumentarium, jedoch in wechselnden Kombinationen. In all ihrer Schlichtheit sind die Tänze Unterhaltungsmusik im allerbesten Sinne.